Tourengruppe
Werktagstouren
Tourenstatus
Durchgeführt
Datum
7.8.2026 - 8.8.2026 [Fr.-Sa.]
Anmeldung ab
23.10.2025
Anmeldeschluss
24.07.2026
TourenleiterIn
Ruth Gfeller
Tourencode
BW, KU/B/T3
Beschreibung

Wir reisen nach Zernez und starten im Besucherzentrum des Nationalparkes. Anschließend wandern wir ca. 3,5 Stunden zur Chamanna Cluozza wo wir übernachten werden. Am nächsten Tag werden wir mit einem Guide den Weg über den Murtersattel Richtung Vallun Chafoul unter die Füsse nehmen. Wir werden viel über Natur, Tier- und Pflanzenwelt, Dinosaurier Spuren etc. erfahren. Mit etwas Glück können wir mit dem Fernrohr Tiere beobachten. Die T3 Wanderung setzt Trittsicherheit und gute Kondition voraus. Die Führung kostet ca. 50 Fr. pro Teilnehmer zusätzlich Hüttenübernachtung in Zimmern mit Halbpension 87 Fr. und Reise mit dem ÖV.
Weitere Informationen folgen.

Minimale Teilnehmer
6
Maximale Teilnehmer
8
Treffpunkt
Bahnhof Schaffhausen
Zeitpunkt
06:40
Verkehrsmittel
ÖV
Ausrüstung
Wanderausrüstung auch für Übernachtung
Aufstiegszeit
4,5 Std.
Höhendifferenz
788 hm
Verpflegung
Proviant
Unterkunft
Chamanna Cluozza
Kosten
siehe oben

Kulturtour durch den Nationalpark vom 7./8. August 2026

Autor
Ruth Gfeller
Erstellt am
20.08.2026 16:25
Letzte Änderung
20.08.2026 17:05
Tourenbericht

Wie schon oft ist die Anreise ein Abenteuer. Diesmal war eine Fahrleitungsstörung das Problem. Dank der guten Organisation von Seiten der Rhätischen Bahn kamen wir fast pünktlich in Zernez an, wo uns Peter Gredig (Guide) erwartete. Zuerst gingen wir zusammen einen Kaffee trinken und er informierte uns über die Tour. „Ihr sollt es geniessen, die Natur mit allen Sinnen aufnehmen und wir lassen uns Zeit“, dies waren sinngemäss seine Worte.

Am Anfang gingen wir beim berühmten Kühlschrank (bekannt aus der Sendung Hüttengeschichten) vorbei und nahmen einige Packungen Milch und WC-Papier zur Hütte mit. Anschliessend wanderten wir bei schwülen Temperaturen über die Spöl hinauf zum Eingang des Nationalparks. Der erste Halt war beim Denkmal für Paul Sarazin. Peter erzählte uns von den Anfängen des Nationalparks und dem Gründungsjahr 1914 Der Nationalpark ist der älteste in den Alpen und Mitteleuropa.

Bei verschiedenen Halts erfuhren wir über die unterschiedlichen Baumarten wie Föhren, Fichten und Arven und ihre Unterscheidungsmerkmale und Besonderheiten. Unsere Sinne schärften sich immer mehr und wir fingen an die Natur sehr bewusst wahrzunehmen. Der angenehme Weg führte uns vorbei an Steilwänden, wo wir hoch oben einen kurzen Moment zwei Bartgeier entdeckten. Auf einer herrlichen Lichtung machten wir eine Pause und Peter stellte für uns das Fernrohr auf. Wir entdeckten auf der gegenüberliegenden Seite des Tales eine Herde Gämsen. Dies hätten wir ohne Fernrohr und Feldstecher kaum entdeckt. Nach der Pause zeigte uns das ferne Grollen, dass wir weiter gehen mussten, da ein Gewitter im Anzug war. Da wir noch ein Tobel mit viel Geröll zu durchqueren hatten, war etwas Eile geboten. Wir konnten diese heikle Stelle problemlos überwinden. Das Gewitter verzog sich und wir wurden kaum nass. Unten am Fluss überquerten wir eine hübsche Holzbrücke und machten uns auf für den Gegenaufstieg zur Chamana Cluozza. Wir wurden sehr herzlich von der Hüttenwartin Nicole mit einem Glas Tee begrüsst. Gemütlich konnten wir unser Nachtlager beziehen und uns etwas frisch machen, bevor Peter zur Theoriestunde im Pavillon vor der Hütte rief.

Wie unterschiedlich doch die Hörner von Hirsch, Gämsen, Steinbock und Männchen und Weibchen waren. Wozu dienen wohl die schweren Geweihe? Als Anschauungsmaterial hatte Peter verschiedene Exemplare dabei. Welches Tier stösst die Hörner ab?
Die Steinböcke gehören wie die Gämsen zu den Hornträgern. Ihre Hörner wachsen ein Leben lang, wobei jedes Jahr im Frühjahr ein paar Zentimeter nachgeschoben werden. Die gut sichtbaren Jahrringe auf der Rückseite der Hörner lassen eine genaue Altersbestimmung zu.
Steingeissen und Steinböcke leben ähnlich wie Hirsche in getrennten Rudeln von 10 bis 30 Tieren.
Das Geweih des männlichen Hirsches dient als Imponier- und Kampforgan. Es besteht aus einem paarigen Knochen, und wird alljährlich zwischen März und Juli aufgebaut und gegen Ende des Winters abgeworfen.
Wir erfuhren die Lebensweisen der verschiedenen Huftiere, ihr Paarungsverhalten und vieles mehr.Nach einer kurzen Jassrunde war Zeit für das Nachtessen. Nicole stellte uns das Menü vor und bedankte sich noch für das Hinauftragen der Lebensmittel.

Am nächsten Tag war das Tal mit Nebel gefüllt und bei angenehmer Temperatur machten wir uns auf den Weg zum Murtersattel. Eine mit Stahlseil gesicherte abschüssige Stelle musste überquert werden, bevor wir aus dem Wald kamen und uns die Sonne begrüsste und das Nebelmeer unter uns lag. Wir genossen die Aussicht und hatten eine herrliche Sicht auf den Piz Linard, Piz Terza und Piz Quattervals etc.
Mit dem Fernrohr entdeckten wir die ersten Steinböcke unter dem Quattervals. Von Peter erfuhren wir von Dinosaurierspuren in diesem Gebiet und Hinweise auf die Geologie.

Auf dem Murtersattel angekommen hatten wir das Glück, eine ganze Hirschkuh Kolonie mit dem Fernrohr zu sehen. Mittlerweile waren wir sehr wachsam und einige entdeckten die Tiere mit blossem Auge.
Nach einer kurzen Pause nahmen wir den Abstieg nach Vallun Chafuol in Angriff. Die Pfiffe der Murmeltiere begleiteten unseren Abstieg. Plötzlich entdeckten wir einen Bartgeier, tief unter uns. Wir konnten zusehen wir er mit grossen Kreisen an Höhe gewann und in kurzer Zeit hoch über uns flog. Waren die Piffe der Murmeltiere eine Warnung vor dem Bartgeier? Peter erklärte uns die Lebensweise der Bartgeier und wie sie sich vom Adler unterscheiden. Viel Wissenswertes über das Leben der Murmeltiere erfuhren wir und erfreuten uns ihres Anblickes, wenn wir sie entdeckten.

Endlich konnten wir beim Abstieg noch männlichen Hirsche mit ihren riesigen Geweihen entdecken. Sie wanderten majestätisch über eine Bergkuppe.
Unser mittlerweile geübtes Auge sah so manch kleine Lebewesen am Wegrand unter anderem einen herrlichen Bläuling. Wir liefen an riesige Ameisenhaufen vorbei und Peter wusste uns mit seinen Erklärungen zu fesseln.
Zu guter Letzt meinten wir einen Adler entdeckt zu haben, was Peter bestätigte.
Unsere Tour endete an der Ofenpassstrasse, wo wir uns im Autolärm wieder fanden.
Es war ein riesiges Erlebnis und unser Dank galt Peter, unserem Guide, welcher uns ermunterte, diese schöne Natur mit all den Tieren mit allen Sinnen zu geniessen.

Teilnehmer:
Madeleine, Sylvia, Heidi, Michael, Barbara, Christel, Thomas, Maya, Marcel
Tourenleiterin und Guide:
Ruth und Peter

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